Rathenow im Überblick

Die Perle des Havellandes

Rathenow ist die Kreisstadt des Landkreises Havelland und Sitz der Landkreisverwaltung. Mit Kulturzentrum, Havellandklinik, Grundschulen und Gymnasium erfüllt das Städtchen auch für den Alltag wichtige Funktionen für die Region. In den letzten Jahren gestaltete Rathenow seine Innenstadt neu. Sie lädt nun zum Bummeln durch die Geschäfte und Entspannen in einem der zahlreichen Cafés ein. Zweimal wöchentlich ist der Frischemarkt mit Händlern der Region auf dem Märkischen Platz. Ob Erdbeeren im Frühjahr, Kirschen im Sommer oder verschiedenste Apfelsorten im Herbst – Regionales ist hier erste Wahl.

Aus den ehemals gleichförmigen Plattenbauen um den Märkischen Platz ließ die Kommunale Wohnungssgesellschaft Rathenow (KWR) im Zuge der Stadtsanierung moderne Häuser mit unterschiedlichsten Wohnungsformen entstehen. Von Dachterrassen, großen Balkonen und Wintergärten aus kann man das Treiben in der Stadtmitte verfolgen. Die interessanten neuen Wohnungszuschnitte und die moderne Ausstattung können sich ebenfalls sehen lassen. Das Kulturzentrum am Märkischen Platz wird seinem Namen mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm gerecht. Kabarett oder Oper, Weltreise in Bildern oder Sinfoniekonzert – hier ist für jeden etwas dabei. Das Foyer und die Flure des Erdgeschosses werden zudem als Ausstellungsräume für bildende Kunst und Kunsthandwerk genutzt. Ein Hereinschauen lohnt sich also.

Daten zur Stadt:
Kreisstadt des Landkreises Havelland
Einwohner: rund 25.000
Fläche: 45,7 km²
Ortsteile: Böhne, Göttlin, Grütz, Semlin, Steckelsdorf

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So schnell geht‘s nach Rathenow!

Ob per Pkw, Bahn oder Rad: Die Lage Rathenows am Havelübergang war nicht nur in der Vergangenheit günstig. Auch heute noch kreuzen sich hier die Bundesstraßen B 102 und B 188, befindet sich in der Stadt eine der wenigen Havelbrücken. In circa einer Stunde ist man mit dem Auto von Berlin oder Magdeburg, in gut zwei Stunden von Rostock aus in der Stadt. Durch die stündliche Direktverbindung der Bahn nach Berlin benötigt man mit ihr sogar nur 45 Minuten zwischen der Metropole und dem naturnahen Rathenow. Selbst nach Hamburg gibt es eine direkte Verbindung von Rathenow aus, mit der man im Interregio Express (IRE) in nur 2 Stunden 30 Minuten Fahrtzeit ankommt.

Per Fahrrad erschließt sich die Region gemächlicher, intensiver. Gleich mehrere große überregionale Radrouten treffen sich in der Optikstadt. Der Havelland-Radweg führt auf einer gut ausgebauten Radstrecke 98 Kilometer von Schönwalde bei Berlin durch den Naturpark Westhavelland bis nach Sachsen- Anhalt. Er ist Teil des Fernradweges Hamburg- Berlin. Auch der Havel-Radweg von der Quelle in Ankershagen bis zur Mündung des Flusses in die Elbe bei Gnevsdorf oder die Tour Brandenburg führen durch die Stadt.

Lebenswert bis ins hohe Alter

Rathenow ist noch ein Geheimtipp im Umland von Berlin. Trotz der Beschaulichkeit des Städtchens bietet es alles, was man zum guten Leben benötigt: von der Geburtenstation des Klinikums über Kindergärten, Grundschulen, Oberschule und Gymnasium bis Kino, Kulturzentrum, Club-szene und Cafés. Das Ganze eingebettet in die Landschaft der Havel, schön gestaltete Grünfl ächen und den angrenzenden Naturpark Westhavelland. Der für die Landesgartenschau 2006 angelegte Optikpark wurde im Zuge der Bundesgartenschau 2015 durch den Bau einer neuen, architektonisch spektakulären Brücke mit dem Weinbergpark verbunden. So entstand ein einzigartiges, großes Erholungsgebiet in der Stadt.

Ob beim sportlichen Joggen, entspannenden Spaziergang oder Spieplatzbesuch – hier kann man die Seele baumeln lassen. Gerade im Sommer ist der Wolzensee nahe der Stadt ein lohnendes Ziel. Die Badestelle und das Restaurant am See werden von den Rathenowern gern besucht und sind ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen durch den umgebenen Wald. Wer hingegen das ganzjährige Schwimmen und den Saunagang vorzieht, der findet im Schwimmbad Rathenow die passenden Angebote, inklusive Wasserrutsche und Wellness.

Die Geschichte der Stadt

Auf einem Berg, umgeben vom Wasser der Havel, entstand vor rund 800 Jahren am einzigen günstigen Havelübergang zwischen Brandenburg und Havelberg die Stadt Rathenow. Ihre erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 1216 als „Ratenowe“ datiert. Um 1220 errichteten die Bewohner eine romanische Basilika, den Vorgängerbau der heutigen Sankt-Marien-Andreas-Kirche, auf dem heutigen Kirchberg als Zentrum des Ortes. Die Rathenower ließen sich in unmittelbarer Nähe der Kirche nieder und nutzten die Havel sowohl als natürlichen Schutz vor Überfällen als auch für die Fischerei und den Handel. Der Fluss war die Lebensader für die ständig steigende Zahl an Einwohnern. Ihre Blüte erlebte die Stadt Rathenow Anfang des 19. Jh. durch die Innovationskraft des Unternehmers J. H. A. Dunker. Er legte den Grundstein für die industrielle Fertigung von Brillengläsern und Linsen für optische Geräte in Deutschland. Er machte Rathenow zur „Wiege der optischen Industrie“. Bis ins 21. Jh. prägte dieser Industriezweig die Geschicke der Stadt. Lebten Mitte des 18. Jh. rund 3.800 Menschen in Rathenow, waren es 1939 bereits 31.600 Einwohner.

Otto von Bismarck begann 1849 mit Hilfe der Rathenower Wahlmänner seine politische Karriere als Reichstagsabgeordneter. 1875 wurde er Ehrenbürger der Stadt und ihm zu Ehren 1914 auf dem Weinberg die Bismarckwarte errichtet. Vom Turm hat man einen herrlichen Blick über das umliegende Havelland und die Stadt. Der II. Weltkrieg brachte die Zerstörungen von rund 70 % der Stadt. Im Zuge des Wiederaufbaus arbeitete der Architekt Otto Haesler, einer der führenden Vertreter des Neuen Bauens, für die Stadt. Die Haesler- Siedlung am Fuße des Kirchberges entstand als architektonisches Kleinod des sozialen Bauens. Die neue Mitte der wiedererrichteten Stadt wurde der Märkische Platz mit dem 1958 erbauten Kulturzentrum.

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