Stadtumbau bringt Rathenow auf Zukunftskurs

Sinkender Wohnungsleerstand, gestiegene Attraktivität

Nicht jede Stadt, die in den letzten Jahrzehnten Fördermittel für einen moderierten Stadtumbau erhielt, kann sich über eine solch positive Entwicklung wie Rathenow freuen. Der bedrohliche strukturelle Leerstand der Wohnungen konnte von 15 % (2000) auf zur Zeit 6 % gesenkt werden. Die Prognosen für das Jahr 2020 gehen trotz des demographischen Wandels nun von 2,1 % bis 6,7 % Leerstand aus. Nicht nur das Wohnungsangebot in der Stadt hat sich gemausert, die Stadt selbst kann sich über eine bessere Bevölkerungsentwicklung als ehedem prognostiziert und über Zuzug freuen! Die BUGA brachte den Berlinern die günstige Bahnverbindung ins Havelstädtchen nahe. Jetzt gilt es, diesen positiven Trend zu verstetigen und die Potentiale der Stadt und ihrer Wohnqualität zu nutzen.

Dazu erarbeitete die Stadtverwaltung einen Entwurf zur Fortschreibung des Integrierten- Stadt-Entwicklungs-Konzeptes – kurz INSEK 2030. Die Ergebnisse des Innenstadtforums, die Anregungen aus den Fachausschüssen und der Bürgerinformation im September flossen hierin ein. Dieser Einbezug der Rathenower ist ein wichtiges Instrument für die Akzeptanz und die Ideenfindung bei der weiteren Umsetzung des Konzeptes.

Das hehre Ziel für 2030: Trotz des demografischen Wandels nur 8 % Bevölkerungsverlust und ein struktureller Wohnungsleerstand nahe 0 %. Um dies zu erreichen, wurden 7 Handlungsfelder ausgemacht: → Stadtstruktur und Innenstadtstärkung → Wohnen → Wirtschaft und Beschäftigung → Soziales, Kultur und Bildung → Technische Infrastruktur → Klimaschutz und Energieeinsparung → Stadtmarketing

Handlungsfeld Soziales, Kultur & Bildung

Das gute Bildungsangebot mit allen Schulformen muss in der Stadt erhalten werden, wenn es darum geht, weiterhin für Rathenow zu begeistern. Ein vielfältiges Freizeitangebot trägt ebenso zur Attraktivität eines Wohnstandortes bei. Kulturarbeit soll vernetzt gedacht werden. Mit der Idee der Nachbarschaftszentren wird in die Zukunft geschaut: Zwar sind heute Kitas und Schulen gut nachgefragt, aber aus heutiger Sicht wird dieser Trend nicht anhalten. In festgelegten Teilbereichen der Schulen und Kitas könnten daher multifunktionale Gemeinschaftsbereiche entstehen. Wo tagsüber Kinder spielen, könnten sich am Nachmittag Vereine treffen. Mehr Freiflächen für den Breitensport – auch dies soll es nach dem Willen der Zukunftsplaner geben. Nicht zuletzt soll für mehr Barrierefreiheit gesorgt werden – im öffentlichen Raum ebenso wie im Zuhause, um dem demographischen Wandel gerecht zu werden

Der Weg: Zukunftsweisende Ideen

Es ist klar: Rathenow muss neue Einwohner werben und natürlich den Bürgerinnen und Bürgern gute Lebensumstände bieten, damit sie bleiben. Neben Schulen, Kitas und Kultur sind es auch Arbeitsplätze und interessante Wohnmöglichkeiten, die gebraucht werden. Zielmarke im Konzept sind 50 bis 150 zusätzliche Zuzüge pro Jahr.

Handlungsfelder Stadtstruktur und Innenstadtstärkung – Wohnen

Gezielt werden im Konzept städtische Schwächen wie beispielsweise Brachen, die sich negativ auf die Umgebung auswirken, aber auch Stärken wie 32 ha Bauland im Stadtgebiet aufgezeigt. Die Stadt will hier Impulse setzen, aktiv werden und so auch zu privatem Engagement motivieren. Überregional soll um Investoren geworben werden, die zum Beispiel die ehemalige Brauerei sanieren und mit Leben erfüllen. Da eine steigende Nachfrage nach Bauland beobachtet wird, sollen zentrumsnahe, wohnungsmarktergänzende Flächen besser vermarktet werden. Die Vielfalt der Entwicklung steht im Vordergrund. Gemeinschaftsprojekte sollen ebenso möglich sein wie Eigenheime.

Handlungsfeld Wirtschaft und Beschäftigung

Die Umsetzung des Einzelhandelskonzeptes mit der Profilierungen Zentraler Versorgungsbereich und Fachmarktzentren sowie eine verstärkte Zusammenarbeit in der Wirtschaftsregion Westhavelland und ein tatkräftiges Stadt- und Geschäftsstraßenmarketing sichern Arbeitsplätze und eine gute Grundversorgung in der Stadt.

Handlungsfeld: Technische Infrastruktur (Verkehr)

Der Verkehr muss für das städtische Leben verträglich und für Pendler praktisch sein. Rathenow wird bis 2030 von der A 14 wie von besseren Takten der Bahnanbindung profitieren. In der Stadt gilt es, den Radverkehr und den ÖPNV zu stärken. Ein Radwegenetz ist entworfen, das einen leichten Weg von A nach B per pedales ermöglicht. Neue, barrierefreie Haltestellen des ÖPNV und verbesserte Fahrzeiten sollen eine gute Alternative zum Autofahren in der Stadt bieten.

Handlungsfeld Klimaschutz und Energieeinsparung

Klimaschutz heißt nicht nur CO2-Vermeidung, er geht auch mit erhöhter Lebensqualität einher. Vernetzte Grünzüge und Kaltluftschneisen sorgen in heißen Sommern für ein angenehmes Klima in der Stadt. Das ist ein weiterer Vorzug der grünen, wasserreichen Kleinstadt gegenüber der überhitzten, lauten Großstadt. Die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude hat nicht nur Vorbildwirkung, sondern spart auch nachhaltig Energiekosten. Die Nutzung erneuerbarer Energien, z.B. in Zusammenarbeit mit der Rathenower Wärmeversorgung, fördert lokale Kreisläufe. Das alles hilft Geld in der Region zu halten. E-Mobilität ist ein weiteres Thema, bei welchem Rathenow gemeinsam mit der Rathenower Wärmeversorgung zukunftsweisend agieren kann.

Handlungsfeld Stadtmarketing

Rathenows Qualitäten müssen aktiver in die eigene Bevölkerung hinein und nach außen kommuniziert werden – ohne natürlich, wie in den zuvor beschriebenen Handlungsfeldern vorgeschlagen, die Verbesserung zu vergessen. Es ist eine lohnende Aufgabe, die sich inhaltlich gezielt aus den einzelnen Handlungsfeldern speist. Schließlich ist Rathenow eine kleine, feine, sichere und saubere Kleinstadt in reizvoller Lage im Naturraum Westhavelland und dennoch mit bester Anbindung an Berlin.